Bio-Kraftstoffe

Begriffsdefinitionen

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

 

Zunächst ist zu erklären, warum in allgemeinen Abhandlungen zum Thema "BioKraftstoffe" oftmals  zwischen Kraftstoffen der  1. bzw. der  2. Generation unterschieden wird.

Worin liegt nun der genaue Unterschied  ?

Als Biokraftstoffe der 1. Generation werden alle Kraftstoffe bezeichnet, die entweder aus „ölhaltigen“ oder aus „zuckerhaltigen“ Pflanzen hergestellt worden sind. Nachteil:  Sie konkurrieren meistens mit der Erzeugung von (Grund-)Nahrungsmitteln und werden deshalb zunehmend kontrovers diskutiert.

Ölhaltige Pflanzen werden insbesondere durch Auspressen und anschließendem Verestern zu Dieselkraftstoffen weiterverarbeitet. Typisches Beispiel hierfür  ist "Biodiesel / RME" ( Rapsmethylester ) .     Bei zuckerhaltigen Pflanzen, wie Zuckerrüben oder – rohr , wird durch gezielte Vergärung/Fermentation "Bioethanol" hergestellt, welches anschließend entweder direkt dem Benzin zugesetzt oder z.B. zu "ETBE" (Ethyl-tert-butylether) weiterverabeitet wird. ( Anm.: "ETBE" ist spezielle Verbindung zur Erhöhung der Oktanzahl bei Ottokraftstoffen, die aus biogenem Ethanol und aus Erdöl gewonnenem Isobuten hergestellt wird )

Für Biokraftstoffe der 2. Generation werden als Grundstoffe organische Abfälle wie Altholz, Sägerestholz , Stroh, Abfallprodukte aus der Agrarwirtschaft, Bioabfälle von Kommunen oder aber minderwertiges Waldholz benutzt. Daneben können auch sehr schnell wachsende Pflanzen und Bäume, die gezielt auf landwirtschaftlichen Stilllegungs-flächen angebaut werden, zum Einsatz kommen. Erforscht wird z.B. die Einsatzmöglickeit von "Riesen-Chinaschilf(gras) " zur Energie-erzeugung.  Vorteil:  Sie konkurrieren nicht mit den zur Nahrungs-erzeugung benötigten Pflanzen ( wie Getreide, Kartoffeln, etc.)

Fazit :

Im Wesentlichen bleibt festzustellen, dass  neuartige Biokraftstoffe der 2. Generation Kraftstoffe sind, die insgesamt eine bessere CO2-Bilanz aufweisen, da zu ihrer Erzeugung bzw. Weiterverarbeitung im Gegensatz zu Biokraftstoffen der 1. Generation keine erheblichen Mengen an fossilen Energieträgern benötigt werden ! Außerdem erfahren sie bei intensiver Betrachtung der sozialen, ethischen und ökologischen Aspekte eine wesentlich höhere Akzeptanz, weil sie größtenteils unabhängig von der Nahrungsmittelerzeugung sind.

 

 

Sonstige Begriffserläuterungen in Zusammenhang mit Biokraftstoffen:

"FFV" - Flexible Fuel Vehicle :

Als "Flexible Fuel Vehicle (FFV)" wird ein Fahrzeug bezeichnet, das mit Benzin, den Alkoholen Ethanol und Methanol und/oder mit variablen Mischungen dieser Kraftstoffe betrieben werden kann.  Doch Vorsicht : Mit Dieselkraftstoffen oder auch Biodiesel kann ein FFV nicht betrieben werden !

 

"E 85" :

 "E85" steht als Abkürzung für einen Kraftstoff, der aus 85% wasser-freiem Ethanol und zu 15% aus (Super)Benzin besteht. Dabei fungiert der Benzinanteil nur als Additiv und verbessert insbesondere die Kaltstarteigenschaften. "E85" ist ein Kraftstoff, der speziell für so genannten FFVs geeignet ist, welche sowohl mit Benzin als auch mit Gemischen aus Alkohol/Benzin fahren können.

Weitere Mischungen:

E95: Eine Mischung aus 95 Prozent Ethanol wasserfrei und 5 Prozent Superbenzin bleifrei .

E100 : 100 Prozent wasserfreiem Ethanol.

 

 

"M 85" :

 

"M85" enthält 85 Prozent wasserfreies Methanol und 15 Prozent  Super-Benzin bleifrei . In einem u.a. vom damaligen Bundesministerium für Forschung und Technologie gesponserten Großversuch wurden in Deutschland bereits in den 80er Jahren (!!!) ein "M15"-Kraftstoff, bestehend aus 15% Methanol und 85% Benzin, und ein wie oben beschriebener "M85"-Kraftstoff mit über 1000 Fahrzeugen aller deutschen Autohersteller getestet. Die Fahrzeuge wurden für den Betrieb mit diesen neuen Kraftstoffen im Werkstoff – als auch im Motorenbereich angepasst.

Umso mehr muss die aktuelle Diskussion über die maximalen Zumischungsquoten bei Biokraftstoffen überraschen.                             Die erforderlichen Daten zu den speziellen Werkstoffanforderungen beim Einsatz von Alkoholgemischen im Kraftstoffsektor sollten eigentlich seit über 25 Jahren vorliegen… !

 

 

"Biobutanol":

Als Biobutanol bezeichnet man Butanole, die durch Fermentation mit dem Bakterium Clostridium acetobutylicum ( oder gentechnisch veränderten Mikroorganismen ) aus Stärke und Zuckern oder den biologisch verwertbaren Anteilen von pflanzlichen Abfällen, Stroh oder Holz hergestellt werden. Bei Verwertung von aufgeschlossenen lignocellulosehaltigen Pflanzenteilen spricht man auch von "Cellulose-Butanol".

 

"BTL-Kraftstoffe":

Als BtL-Kraftstoffe (Biomass to Liquid) bezeichnet man vollsynthetische Kraftstoffe, die durch Biomasseverflüssigung hergestellt werden. Hierbei wird in einem ersten Verfahrensschritt zunächst die Biomasse zu Synthesegas vergast, im zweiten Schritt wird dann über eine "Fischer-Tropsch-Synthese" der flüssige Kraftstoff erzeugt.

Die BtL-Produktion ist derzeit aber eine noch sehr junge Technologie, die erst am Anfang steht. In der Entwicklungsphase sind aktuell insbesondere neuartige Dieselkraftstoffe.

 

 

Weiterführende Informationen können auch unter den nachfolgend aufgelisteten externen Links abgerufen werden !

 

http://www.bio-kraftstoffe.info/

http://www.biokraftstoffe.org/

http://www.renewables-made-in-germany.com/de/biokraftstoffe/

http://www.e85-biokraftstoff.de/boese_biokraftstoffe.html

http://www.cropenergies.com/de/Bioethanol/

http://www.lab-biokraftstoffe.de/

 


     

           

 

 

 

 

 

 

  

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                               Zurück zum Anfang